Erbschaftssteuer

Von einer Erbschaft profitieren nicht nur die Erben, sondern auch der Fiskus: Auf ererbtes Vermögen fällt Erbschaftssteuer an. Wie hoch sie ist und welche Freibeträge dafür gelten, bestimmt sich nach dem Verwandtschaftsgrad des Erben mit dem Erblasser – also der Person, die das Erbe hinterlassen hat und der Höhe der Erbschaft.

Die Erbschaftssteuer in Deutschland ist eine persönliche Steuer, die als sogenannte Erbanfallsteuer erhoben wird. Sie bezieht sich somit auf den individuellen Vermögenszuwachs der Erben, Pflichtteilsberechtigten oder Vermächtnisnehmer durch das Erbe. Dieses System unterscheidet sich von der in verschiedenen anderen Ländern geltenden Nachlassteuer, die auf die Gesamtheit der hinterlassenen Vermögenswerte anfällt und gegebenenfalls von den Erben anteilig bezahlt wird. Durch Schenkungen an Dritte haben natürliche Personen außerdem das Recht, über Teile ihres Vermögens bereits zu Lebzeiten zu verfügen, für solche Zuwendungen fällt – nach vergleichbaren steuerrechtlichen Vorgaben wie für die Erbschaftssteuer – eine Schenkungssteuer an.

Die Basis für die gesetzlichen Vorgaben zur Erbschaftssteuer wurde bereits im Jahr 1906 geschaffen. Die Rechtsgrundlagen für die aktuell gültige Besteuerung bilden das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz sowie die Erbschaftssteuer-Durchführungsverordnung. Erbschafts- und Schenkungssteuer sind Landessteuern, für die der Bund jedoch die verfassungsrechtlich abgesicherte Zuständigkeit als Gesetzgeber besitzt. Die Bewertung von Vermögenswerten aus Erbschaften und Schenkungen wird anhand der Vorschriften des Bewertungsgesetzes vorgenommen.

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Auf was entfällt eine Erbschaftssteuer? Was ist erbschaftssteuerpflichtig?

Als steuerpflichtiges Erbe gelten alle Zuwendungen von Todes wegen. Hierzu gehören:

  • Erbschaften unabhängig vom Charakter der ererbten Vermögenswerte (Geld, Immobilien, gegebenenfalls auch Betriebsvermögen). In Bezug auf die Besteuerung von ererbtem Betriebsvermögen treten im Laufe des Jahres 2016 einige gesetzliche Änderungen in Kraft, ohne dass die steuerliche Begünstigung dieser Vermögenswerte grundsätzlich aufgegeben wird. Zum steuerpflichtigen Erbe zählen auch Pflichtteilansprüche von Erben gegenüber dem Erblasser.
  • Vermächtnisse. Dabei handelt es sich um Vermögensgegenstände aus dem Nachlass, die der Erblasser per Testament oder Erbvertrag bestimmten Personen übertragen hat, die keine weiteren Erbansprüche haben.
  • Zweckzuwendungen im Todesfall, sofern sie keinem gemeinnützigen Zweck zugutekommen sollen.

Schenkungen und Zweckzuwendungen unter Lebenden unterliegen der Schenkungssteuer. Für das Vermögen von Stiftungen, die im Wesentlichen den Interessen einer oder mehrerer Familien dienen, fällt im Abstand von jeweils 30 Jahren eine Erbersatzsteuer an.

Auf welche Bestandteile des Erbes entfällt keine Erbschaftssteuer?

Einige Bestandteile des Erbes sind ganz oder teilweise von der Erbschaftssteuer ausgenommen. Steuerfrei bleiben beispielsweise:

  • Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke bis zur Obergrenze von 41.000 Euro sowie Schmuck und Kraftfahrzeuge bis zur Obergrenze von 12.000 Euro, sofern die Erben die Erbschaftssteuerklasse I besitzen.
  • Grundbesitz/Teile von Grundbesitz, Kunstgegenstände und Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und wissenschaftliche Sammlungen, deren Erhalt aus historischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen im öffentlichen Interesse liegt. Voraussetzungen für eine 60-prozentige Steuerbefreiung sind, dass diese Vermögenswerte in angemessenem Umfang Forschungs- oder Bildungszwecken dienen und die jährlichen Kosten der Erhaltung die erzielten Einnahmen in der Regel übersteigen.
  • Grundbesitz/Teile von Grundbesitz, die ohne gesetzliche Verpflichtung dazu für eine (offiziell erwünschte) öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen und deren Erhaltungskosten die jährlichen Einnahmen in der Regel übersteigen.
  • Zweckzuwendungen, die ausschließlich gemeinnützigen Zwecken gewidmet sind und nachweislich dafür verwendet werden.
  • Zuwendungen an politische Parteien im Sinne des Parteiengesetzes.

Schenkungen unter Lebenden bleiben steuerfrei, wenn es sich dabei um Gelegenheitsgeschenke, Unterhaltszahlungen und Ausbildungsfinanzierungen, gemeinnützige Zweckzuwendungen oder Zuwendungen an politische Parteien handelt.

Unbeschränkte und beschränkte Erbschaftssteuerpflicht

Der Gesetzgeber unterscheidet eine unbeschränkte und eine beschränkte Erbschaftsteuerpflicht. Die unbeschränkte Erbschaftssteuerpflicht gilt für das gesamte Erbe inklusive ausländischer Vermögenswerte. Sie besteht, wenn der Erblasser und/oder der Erbe zum Zeitpunkt des Todes (oder zum Schenkungszeitpunkt) als Steuer-Inländer gelten. Ausschlaggebend ist dafür nicht die Staatsbürgerschaft, sondern ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Auswanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit gelten innerhalb der ersten fünf Jahre nach ihrem Wegzug noch als Inländer im steuerrechtlichen Sinne. Unternehmen und Körperschaften öffentlichen oder privaten Rechts unterliegen der unbeschränkten Erbschaftssteuerpflicht, wenn sich ihr Firmensitz oder der Sitz ihrer Geschäftsleitung in Deutschland befindet.

Bei einer beschränkten Erbschaftssteuerpflicht werden nur inländische Vermögensanteile besteuert, im Ausland befindliche Erbanteile unterliegen dagegen dem jeweiligen nationalen Recht. Innerhalb der Europäischen Union werden solche grenzüberschreitenden Erbfälle inzwischen durch EU-Verordnungen geregelt.

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Abzugsfähige Beträge

Weil der Erbe nur für das Steuern bezahlen muss, was seine tatsächliche Bereicherung darstellt, wird der Wert des gesamten steuerpflichtigen Vermögens um die abzugsfähigen Nachlassverbindlichkeiten und Nachlassregelungskosten gekürzt. Zu diesen Nachlassverbindlichkeiten gehören sowohl die Schulden des Erblassers, die schon zu Lebzeiten entstanden sind, aber auch die Verbindlichkeiten, die erst mit dem Erbfall entstehen jedoch schon vorher durch den Erblasser begründet worden sind. So können dies z. B. noch ausstehende Darlehensverbindlichkeiten oder Steuerschulden usw. sein.

Daneben können die Kosten die im Zusammenhang mit dem Erbfall entstanden sind gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 Erbschaftssteuergesetz (ErbStG) ebenso abgezogen werden. Die Kosten der Bestattung, sowie der Grabpflege aber auch die Kosten, die die Erben zu Regelung des Nachlasses haben, fallen unter diese abzugsfähigen Kosten. So können insbesondere die Vergütung eines Erbenermittlers oder die Vergütung eines zur Nachlassregelung beauftragten Unternehmens als abzugsfähige Kosten berücksichtigt werden.

Kosten für die reine Verwaltung des Nachlasses sind dagegen nicht abzugsfähig.

Unmittelbar abziehbare Nachlassregelungskosten, also die Beträge, die den Erben unmittelbar mit der Abwicklung, Regelung und der Verteilung des Nachlasses entstehen, oder solche Aufwendungen, die die Erben mit der Erlangung oder Geltendmachung des Nachlasses haben, sind in der Regel:

  • Testamentseröffnungsgebühren
  • Erbscheinsgebühren
  • Kosten eines Nachlasspflegers
  • Kosten des Erbenermittlers
  • Kosten für Urkunden, Todeserklärungsverfahren usw.
  • Anwalts- und Notarkosten für die Regulierung des Nachlasses, z. B. bei Erbstreitigkeiten.
  • Kosten der Testamentsvollstreckung
  • Kosten des Nachlassgerichts sowie des Grundbuchamts für die Umschreibung von Grundbesitz.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?

Auf die Frage, wie hoch die Erbschaftssteuer ist, gibt es keine pauschale Antwort. Entsprechend ihrem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser werden die Erben in drei verschiedene Steuerklassen eingeteilt, für die jeweils unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze gelten.

Die Erbschaftsreform 2010 hat hier für viele Erben deutliche Verbesserungen gebracht, so dass in vielen Fällen durch höhere Freibeträge keine Erbschaftssteuer fällig wird oder die Zahlungen sich bei größeren Vermögen in vergleichsweise engen Grenzen halten. Durch die Reform wurden vor allem Geschwister des Erblassers und deren Nachkommen mit günstigeren Steuersätzen sowie nicht verwandte Erben mit höheren Freibeträgen ausgestattet. Eingetragene Lebenspartner sind seitdem auch im Hinblick auf die Erbschaftssteuer Ehegatten gleichgestellt.

Erbschaftssteuer: Steuerklassen und Freibeträge

Erbschaftssteuer: Steuerklassen und Freibeträge (Quelle: steuerklassen.com)

Freibetrag Erbschaftssteuer (Stand 2016)

Ein Erbe kommt in Deutschland durch die gesetzliche Erbfolge, ein Testament oder einen Erbvertrag zustande:

    • Die gesetzliche Erbfolge tritt in Kraft, wenn kein Testament vorhanden, ein Testament nicht wirksam ist oder ein testamentarisch eingesetzter Alleinerbe die Erbschaft ausschlägt. Erbberechtigt im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge sind die Verwandten innerhalb eines auf den jeweiligen Verwandtschaftsbeziehungen aufbauenden hierarchischen Systems.
    • Durch ein Testament oder einen Erbvertrag können natürliche Personen ihre Erben außerhalb der gesetzlichen Erbfolge und folglich auch außerhalb von Verwandtschaftsbeziehungen bestimmen. Falls Ehepartner/eingetragene Lebenspartner, Eltern oder Abkömmlinge des Erblassers vorhanden sind und hierdurch von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen werden, steht diesen ein Pflichtteil in Höhe der Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils in Form eines Geldbetrages aus dem Erbe zu.
    • Wenn keine Erben vorhanden sind oder nicht ermittelt werden können, fließt der Nachlass im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge an den Fiskus.

Im Erbschaftssteuerrecht hat der Gesetzgeber auf dieser Grundlage verschiedene Erbengruppen definiert, für deren Erbe unterschiedliche Freibeträge gelten.

Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad und Erbengruppen

Erbschaftssteue Tabelle: Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad und Erbengruppen

Erbschaftssteue Tabelle: Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad und Erbengruppen (Quelle: steuerklassen.com)

Erbschaftssteuer Freibetrag für Ehepartner und Lebenspartner
Ehegatten und eingetragene Lebenspartner sind die im Hinblick auf ihre Steuerfreibeträge am stärksten privilegierten Erben. Ihr Erbanteil bleibt bis zur Obergrenze von 500.000 Euro steuerfrei. In den weitaus meisten Erbfällen sowie bei Schenkungen fällt für sie aufgrund dieser sehr großzügig bemessenen Steuergrenzen keine Erbschaftssteuer an.

Erbschaftssteuer Freibetrag Kinder
Etwas geringer, aber mit 400.000,- Euro immer noch sehr großzügig bemessen sind die Freibeträge für Kinder, Adoptivkinder und Stiefkinder sowie die Enkelkinder des Erblassers, sofern deren Eltern bereits verstorben sind.

Erbschaftssteuer Freibetrag Enkel
Sofern die Kinder (Adoptivkinder, Stiefkinder) des Erblassers noch am Leben sind, ein Teil des Erbes jedoch an deren Kinder – die Enkel des Erblassers – fließt, erhalten diese einen Freibetrag in Höhe von 200.000 Euro.

Erbschaftssteuer Freibetrag Eltern / Großeltern
Eltern und Großeltern des Erblassers erben im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge nur dann, wenn der Erblasser weder einen Ehepartner/eingetragenen Lebenspartner noch Kinder hinterlässt. Trotzdem hat der Gesetzgeber sie mit einem umfangreichen Steuerfreibetrag in Höhe von 100.000 Euro ausgestattet.

Erbschaftssteuer Freibetrag Geschwister
Geschwister gelten sowohl im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge als auch im Hinblick auf den Freibetrag der Erbschaftssteuer als den drei ersten Gruppen nachgelagerte Erben. Ihr Steuerfreibetrag im Erbfall beläuft sich auf 20.000 Euro.

Erbschaftssteuer nicht verwandter Erbe
Nicht verwandte Erben erhalten ebenfalls einen Freibetrag von 20.000 Euro und sind in dieser Hinsicht den Geschwistern des Erblassers gleichgestellt.

Erbschaftssteuer Steuerklassen

Auch die Steuerklassen für die Erbschaftssteuer richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad der Erben und dem Erblasser. Wichtig: Die Erbschaftssteuerklassen sind nicht mit den Steuerklassen der Einkommensteuer identisch, sondern stellen auf der Grundlage der Verwandtschaftsbeziehung eine eigenständige steuerrechtliche Klassifizierung dar.

Erbschaftssteuer Tabelle: Steuerklassen nach Verwandtschaftsgrad und Erbengruppen

Erbschaftssteuer Tabelle: Steuerklassen nach Verwandtschaftsgrad und Erbengruppen (Quelle: steuerklassen.com)

Steuersatz Erbschaftssteuer

Die Steuersätze in den einzelnen Erbschaftssteuerklassen unterscheiden sich in ihrer Höhe. Zusätzlich sind sie innerhalb der Steuerklassen anhand der Höhe des individuellen Erbanteils (abzüglich des jeweiligen Freibetrages) gestaffelt.

Erben in der Steuerklasse I stellen sich demnach nicht nur im Hinblick auf ihre Freibeträge, sondern – über alle Erbschaftshöhen – auch bei den geltenden Steuersätzen besser. Nicht verwandte Erben in der Steuerklasse III zahlen dagegen durchgängig die höchsten Steuersätze.

Erbschaftssteuer: Steuersätze nach Höhe des Erbes und Steuerklassen

Erbschaftssteuer: Steuersätze nach Höhe des Erbes und Steuerklassen

Berechnung Erbschaftssteuer bei einem Erwerb von z. B. 450.000,- Euro

Erbschaftssteuer Ehegatten

Das Gesamterbe des überlebenden Ehegatten beträgt 450.000 Euro. Erbschaftssteuer wird darauf nicht erhoben, da der Freibetrag für Ehegatten/eingetragene Lebenspartner den Wert des Erbes überschreitet.

Erbschaftssteuer Kind

Vom Erbe wird der Freibetrag für Kinder in Höhe von 400.000 Euro abgezogen. Somit müssen 50.000 Euro mit einem Steuersatz von 7 % (Steuerklasse I) versteuert werden.
Die Erbschaftssteuer beläuft sich auf 3.500 Euro.

Erbschaftssteuer Tante

In diesem Fall gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro. Das zu versteuernde Erbe beläuft sich somit auf 430.000 Euro, die in der Steuerklasse II mit 25 % versteuert werden müssen.
Die Erbschaftssteuer beläuft sich auf 107.500 Euro.
(Für Geschwister des Erblassers gelten identische Freibeträge und Steuersätze.)

Erbschaftssteuer nicht verwandter Erbe

Auch bei einem nicht verwandten Erben gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro. Die verbleibenden 430.000 Euro müssen jedoch mit 30 Prozent (Steuerklasse III) versteuert werden.
Die Erbschaftssteuer beläuft sich auf 129.000 Euro.

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Erbschaftssteuer Immobilien

Die Erbschaftssteuer für Immobilien folgt den gleichen gesetzlichen Vorgaben wie für andere Vermögenswerte. Die Erbaufteilung erfolgt auch hier anhand des Verwandtschaftsgrades der Erben zum Erblasser. Dementsprechend werden die Erben in die verschiedenen Erbschaftssteuerklassen eingestuft. Der Wert von ererbten Immobilien fließt in den Gesamtwert des persönlichen Erbes ein, nach dem sich innerhalb der einzelnen Steuerklassen der persönliche Erbschaftssteuersatz bestimmt.

Die Bewertung von Immobilien erfolgt anhand ihres Marktwerts (Verkehrswerts), also ihrem aktuellen Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls.

Berechnungsbeispiel für den individuellen Steuersatz von Immobilienerben

Ein Beispiel: Der Marktwert eines geerbten Einfamilienhauses beläuft sich auf 407.000 Euro, weitere Vermögenswerte sind innerhalb des Erbes nicht vorhanden.

Erbschaftssteuer Immobilie Ehepartner

In diesem Fall fällt auf die Immobilie keine Erbschaftssteuer an, da ihr Marktwert niedriger als der Freibetrag für Ehegatten/eingetragene Lebenspartner ist.

Erbschaftssteuer Immobilie Tochter/Sohn

Vom Marktwert des Hauses wird der Freibetrag für Kinder in Höhe von 400.000 Euro abgezogen. Es müssen also nur 7.000 Euro mit einem Steuersatz von 7 % (Steuerklasse I) versteuert werden.
Die Erbschaftssteuer beläuft sich auf 490 Euro.

Erbschaftssteuer Freibetrag Neffe (Kind eines Geschwisterteils)

In diesem Fall gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro. Das zu versteuernde Erbe beläuft sich somit auf 387.000 Euro, der entsprechende Steuersatz (Steuerklasse II) beträgt 25 %.
Die Erbschaftssteuer beläuft sich auf 96.750 Euro.

Steuerfreiheit bei Immobilien

Der Ehepartner/eingetragene Lebenspartner sowie die Kinder des Erblassers genießen Steuerfreiheit, wenn sie eine geerbte Immobilie in den folgenden zehn Jahren selbst bewohnen. Bei Ehepartnern/eingetragenen Lebenspartnern spielen Wert und Größe der Immobilie keine Rolle, bei Kindern darf die Wohnfläche des Hauses oder der Eigentumswohnung 200 Quadratmeter nicht überschreiten.

Wenn die Immobilie innerhalb von zehn Jahren verkauft oder vermietet wird, fällt nachträglich Erbschaftssteuer, sofern der Wert des persönlichen Erbteils die geltenden Freibeträge überschreitet.

Ab wann Erbschaftssteuer zahlen?

Erben sind verpflichtet, ihre Erbschaft beim Finanzamt anzuzeigen. Formal tritt die Steuerschuld zeitgleich mit dem Erbfall – also dem Tod des Erblassers – ein. Falls das Erbe an eine aufschiebende Bedingung geknüpft ist, z. B. wenn ein minderjähriger Erbe sein Erbteil erst bei Erreichen der Volljährigkeit erhalten soll, wird die Steuerschuld erst zu diesem Zeitpunkt fällig.

Erben dürfen mit der Zahlung ihrer Erbschaftssteuer jedoch warten, bis das Finanzamt tätig wird und sie eine entsprechende Zahlungsaufforderung erhalten. Nach Ablauf von vier Jahren verjährt die Erbschaftssteuer. Die Verjährungsfristen setzen mit dem Ablauf des Kalenderjahres ein, in dem die Erben und der Fiskus Kenntnis von einem Erbfall und einer damit verbundenen Steuerschuld erhalten. Bei einem Erbfall im Juni 2016 endet die Verjährungsfrist aus der Perspektive beider Seiten also am 1. Januar 2021, sofern beide Seiten bereits 2016 Kenntnis über die Erbschaft hatten.

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